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Schematherapie

Die Schematherapie gehört zu den verhaltenstherapeutischen Verfahren und stellt eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie dar. Sie wurde von dem amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Jeffrey E. Young entwickelt. Sie beinhaltet neben verhaltenstherapeutischen Bausteinen auch tiefenpsychologische Elemente sowie Elemente aus anderen therapeutischen Richtungen (z.B. der Bindungstheorie und der Gestalttherapie).

Was ist ein Schema?
Ein Schema stellt ein meist früh in der Kindheit erworbenes „Lebensmuster“ dar, das einen Menschen sein Leben lang begleitet und sein Verhalten und Erleben prägt. In der Schematherapie werden langfristige Veränderungen durch die therapeutische Arbeit an sogenannten maladaptiven, d.h. ungünstigen, Schemata erreicht. Denn diese ungünstigen Erlebens- und Verhaltensmuster führen häufig zu Schwierigkeiten im Umgang mit der eigenen Person und den Mitmenschen (z. B. Einsamkeit, häufige Konflikte, ungünstige Verhaltensweisen). Bearbeitet werden in der Therapie die sogenannten Modi. 

Was ist ein Modus?
Jeder Mensch kennt unterschiedliche „Seiten“ an sich, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Alltag mehr oder weniger spürbar sind. Eine solche „Seite“ (oder auch Facette der Persönlichkeit) wird auch als Modus bezeichnet. In jedem unserer Modi stehen unterschiedliche Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Verhaltensweisen im Vordergrund. Hilfreiche, gesunde Modi überwiegen bei psychisch gesunden Menschen, während Menschen mit psychischen Erkrankungen Schwierigkeiten in ihrem Wahrnehmen, Erleben und Handeln haben, die durch schmerzhafte (maladaptive) Modi gut erklärt werden können.    

Schematherapeutisches Behandlungsprogramm in der Klinik Eichberg/Station E12
Als eine von wenigen akutpsychiatrischen Kliniken in ganz Deutschland bieten wir ein intensives stationäres schematherapeutisches Behandlungsprogramm für Patientinnen und Patienten mit Persönlichkeitsstörungen an. Geleitet wird das Programm von Oberärztin Dr. med. Friederike Vogel, die eine langjährige Expertise auf dem Gebiet der Schematherapie vorzuweisen hat (zertifizierte Schematherapeutin nach den Kriterien der Internationalen Schematherapie Gesellschaft (ISST) e. V. seit 2009, Schematherapeutische Supervisorin und Trainerin nach den Richtlinien der Internationalen Schematherapie Gesellschaft (ISST) e.V. seit 2011). Das gesamte Stationsteam hat eine schematherapeutische Ausbildung durchlaufen.

Unser schematherapeutisches Angebot besteht aus schematherapeutischen Einzel-Therapiesitzungen (1 x pro Woche) und mehreren schematherapeutischen Gruppenangeboten (mehrfach pro Woche). Wir arbeiten in enger Anlehnung an das Manual „Schematherapie erfolgreich anwenden“ (N. Reiss et al., 2015, Junfermann Verlag). 

Wer profitiert von der Schematherapie
Patienten, die im Alltag Schwierigkeiten durch festgefahrene zwischenmenschliche Verhaltens- und Erlebensmuster haben, wie es z.B. bei Persönlichkeitsstörungen oder andere chronischen psychischen Erkrankungen.    

Insbesondere, wenn Sie an einer Persönlichkeitsstörung und zusätzlichen Problemen mit Alkohol oder Drogen leiden, wenden Sie sich an uns. Wir vereinbaren gerne ein ambulantes Vorgespräch mit Ihnen, in dem wir gemeinsam besprechen, ob Sie von diesem Programm profitieren können. Bitte wenden Sie sich für eine Terminvereinbarung an unser Belegungsmanagement.

 

 

Oberärztin Dr. med. Friederike Vogel
(zertifizierte Schematherapeutin, schema-
therapeutische Supervisorin und Trainerin
nach den Kriterien der Internationalen 
Schematherapie Gesellschaft (ISST) e. V.