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Behandlungsphasen

Die Basis des stationären Behandlungskonzeptes einer Maßregelvollzugsklinik ist definiert über den primären Auftrag des Gesetzgebers (§ 63 StGB und Hessisches Maßregelvollzugsgesetz). Dieser verlangt, dass die im Maßregelvollzug untergebrachten psychisch kranken Menschen dahin gehend zu bessern sind, dass von ihnen keine erneuten erheblichen Straftaten mehr zu erwarten sind.

Aus diesem Auftrag leitet sich ab, dass nicht nur die Behandlung der psychischen Störungen ein wesentliches Moment des Behandlungskonzeptes bildet. Hier bilden auch - und in vielen Fällen besonders - die Bearbeitung weiterer kriminogener Faktoren wie Sozialisationsdefizite, Mangel an Empathie und antisoziale Einstellungen die Behandlungsschwerpunkte. Erfahrungsgemäß reicht es deshalb nicht, die in der Allgemeinpsychiatrie gängigen Behandlungsformen einfach zu übernehmen.

Anhand einer ganzen Reihe von Charakteristika der Klientel (überwiegend männliches Geschlecht, sozial devianter Lebensstil, niedrige Sozialschicht, Vordelinquenz, Substanzmissbrauch) gleichen die Patienten des Maßregelvollzuges eher den Insassen von Justizvollzugsanstalten. Sehr häufig ist die Begehung von Straftaten auch nicht, oder nicht nur, ausschließlich auf die psychische Störung der Untergebrachten zurückzuführen, sondern auf dieselben Faktoren wie bei “normalen“ Straftätern. Entsprechend gilt auch für die Patienten des Maßregelvollzugs, dass Entwicklungsdefizite, die direkt oder indirekt zur Entstehung von Straftaten beigetragen haben, wie beispielsweise die Unfähigkeit Beziehungen eingehen zu können, aufgeholt werden müssen.