Sie befinden sich auf: >Einrichtungen >Forensische Psychiatrie >Behandlung > Beschulung

Beschulung im Maßregelvollzug

Die Notwendigkeit von Bildungstätigkeit ist in Theorie und Praxis des Maßregelvollzugs unumstritten (Ausbildungsdefizite - biografische Schädigung, dissozialer Charakter - als eine der verschiedenen Defizitebenen).

Die praktische Umsetzung und der jeweilige Stellenwert sind in den einzelnen Bundesländern jedoch recht unterschiedlich ausgeprägt. Im hessischen Modell ist der Prozess einer Einbindung in die Gesamttherapie erfolgreich abgeschlossen. Sie findet ihren Ausdruck in der Bildungsdiagnostik, Bildungsplanung und der periodischen Fortschreibung in der Therapieplanung. Außerdem ist die ständige Kooperation mit den anderen Berufsgruppen eine unentbehrliche Voraussetzung für eine effektive Arbeit.

Auch die Bildungsarbeit in der forensischen Psychiatrie muss den besonderen Erfordernissen des Maßregelvollzugs Rechnung tragen. Sie kann sich nicht an dem primären Bildungsziel und -auftrag der öffentlichen Schulen (vorrangig abschlussbezogene Wissensvermittlung) orientieren‚ sondern erfüllt eine wesentlich komplexere Dimension.

Daher ist ein Wechselspiel zwischen den allgemein theoretischen Anforderungen und der pädagogischen Alltagspraxis einerseits und den institutionellen Rahmenbedingungen  andererseits vorprogrammiert (Möglichkeiten versus Grenzen). Neben der zielorientierten Kenntnisvermittlung ist ein übergeordneter Zweck der Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung vor kriminalpräventivem Hintergrund. Hauptzielgruppe sind daher auch die Patienten mit einer Persönlichkeitsstörung.

weiter