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Grenzwahrung

Schutz und Sicherheit für Patienten und Bewohner

Vitos Rheingau hat die Missbrauchsskandale in sozialen Einrichtungen der letzten Jahre zum Anlass genommen, ein umfassendes Schutzkonzept für seine Patienten und Klienten zu entwickeln. Es deckt die Bedürfnisse der Patienten in drei Fachkliniken und im gemeindepsychiatrischen Bereich des Unternehmens ab. 

Das Schutzkonzept umfasst Maßnahmen, die den Schutz und die Sicherheit von Patienten und Klienten gewährleisten sollen, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Sicherheit für ihr Handeln in schwierigen Situationen geben können. Aufgabe der Projektgruppe ist es zudem, die internen Beschwerdemöglichkeiten um ein externes Beschwerdewesen zu erweitern. Der Gruppe, deren Gründung durch den therapeutischen Dienst angeregt wurde, gehören fachspezifische Führungskräfte sowie ehemalige Patienten und Patientinnen an. Für eine externe Begleitung des Projekts konnte Professor Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut gewonnen werden, sie ist Expertin für Klientenschutz in Institutionen und Vorsitzende des Fachbeirats des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. 

Einige der Maßnahmen wurden bereits in der ersten Projektphase, die der Sensibilisierung galt, umgesetzt. Zunächst ging es darum, Patienten und Mitarbeiter schriftlich über die Arbeit der Gruppe und das Projekt zu informieren, da ein solches Thema erfahrungsgemäß für Verunsicherung in Institutionen sorgt. Der nächste Schritt bestand darin, alle Klienten und Patienten einzuladen, sich über Verhaltensweisen auszutauschen, die im Alltag auf den Stationen als erwünscht, diskussionswürdig oder unerwünscht erachtet werden. Aus der Sortierung und Bündelung aller eingegangenen Situationsbeschreibungen konnte ein für alle verständliches und anschauliches Poster produziert werden, das auf den Stationen und in den Wohngruppen sichtbar angebracht wurde und zum weiteren Dialog und zur Kommentierung aufruft. So wurden die Themen Grenzen und Grenzwahrung sichtbar und erhielten eine Diskussionsgrundlage. 

Zeitgleich hatte die Projektgruppe einen Fragebogen zur Einschätzung des Sicherheitsgefühls und des Schutzbedürfnisses von Patienten erstellt. Mit dieser sensiblen Befragung soll ermittelt werden, welche Risiken und Gefährdungspotentiale in der Einrichtung möglicherweise bestehen. Die Befragung will auch den internen Dialog bei Vitos Rheingau zu den Themen Nähe und Distanz fördern und Ängste nehmen, sich offen darüber auszutauschen.  

Ausgearbeitet und juristisch geprüft wurde auch ein Notfallplan, der die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden erhöhen soll. Der Plan enthält zentrale Aussagen zu notwendigen Zuständigkeiten und Schritten, die eingeleitet werden müssen, wenn es einen Verdacht und Vermutungen zu Grenzverletzungen, Übergriffen oder strafrechtlich relevanten Verhaltensweisen gegenüber Patienten oder Bewohnern gibt. Der Notfallplan wurde mit bereits in anderen Institutionen entwickelten Notfallplänen abgeglichen und den Mindeststandards zum Schutz von Klienten in Institutionen angepasst. Eine externe Beschwerdestelle wurde ins Leben gerufen und steht Klienten und Patienten zur Verfügung, wenn ihnen Übergriffe oder Grenzverletzungen widerfahren sollten.  

Die Projektgruppe hat weitere Vorhaben auf ihrer Agenda: im nächten Schritt wird es um die Implementierung von Maßnahmen im Rahmen der Personalentwicklung gehen.

Vitos Rheingau ist Partner der Aktion "Kein Raum für Missbrauch" des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung.

Weitere Informationen zur Arbeit der Projektgruppe erhalten Sie über:

Josef Hoffmann, Personalleiter, Vitos Rheingau gemeinnützige GmbH, Kloster-Eberbach-Straße 4, 65346 Eltville, Tel. 06123-602-333, josef.hoffmann@vitos-rheingau.de

Über ihn können Sie auch die Broschüre "Schutz und Sicherheit durch Grenzwahrung" bestellen.